Benutzeranmeldung
login

Der Apotheker Theodor Fontane im Apothekenmuseum Cottbus

Theodor Fontane ist Lehrling in der Roseschen Apotheke in der Spandauer Straße 77. Eigentlich wäre er viel lieber Schriftsteller, doch der Familientradition gehorsam folgend stellt er sich der ungeliebten Prüfung. Er muss bei dem gefürchteten Stadtphysikus Dr. Natorp sein Examen zum Apothekergesellen bestehen.

"Aber wie es so geht", notiert er in seinen Lebenserinnerungen, "aus mir unbekannten Gründen war er sehr nett, ja geradezu gemütlich. Er nahm zunächst aus einem großen Wandschrank ein Herbarium und ein paar Kästchen mit Steinen heraus und stellte, während er die Herbariumsblätter aufschlug, seine Fragen. Eine jede klang, wie wenn er sagen wollte: 'Sehe schon, du weißt nichts; ich aber weiß auch nichts, und es ist auch ganz gleichgültig.' Kurzum, nach kaum zwanzig Minuten war ich in Gnaden entlassen (...)."

Im März 1847 erhält Fontane seine Approbation als „Apotheker erster Klasse“. Er arbeitet nun in der Apotheke und im Krankenhaus Bethanien. Für den Beruf des Apothekers gilt: Man sollte ihn gerne und ernsthaft ausüben. Für Theodor Fontane oder auch Carl Spitzweg, der die Lehre in der traditionsreichen Münchner Hofapotheke gemacht hatte, war er eindeutig nicht erstrebenswert. Aber die Apothekerausbildung hat beiden auf ihrem Lebensweg dennoch geholfen: Fontane konnte sich beim stundenlangen Anrühren eines Queckenextraktes, der fässerweise für Brunnenkuren nach England exportiert wurde, seine Geschichten ausdenken, und Spitzweg, der trotz seines 1832 mit Auszeichnung bestandenen Examens die Malerei vorzog, mischte Farben für seine Bilder an, deren brillante Zusammensetzungen und Qualität noch heute Rätsel aufgeben.

Die Sonderausstellung „Der Apotheker im Wandel der Zeit“ im Brandenburgischen Apothekenmuseum Cottbus wird vom 15. Januar bis zum 31. Dezember 2019 gezeigt.

Besondere Berücksichtigung werden die Jahre zwischen 1836 und 1849 finden. In dieser Zeit erlernt Fontane den Beruf des Apothekers, erhält seine Approbation und arbeitet in verschiedenen Apotheken z. B in Berlin, Leipzig, Dresden, Burg bei Magdeburg oder Letschin. 1849 gibt er den Apothekerberuf völlig auf um als freier Schriftsteller zu leben.

Einige typische Arzneizubereitungen z.B. aus der Pharmacopoea Borussica (Editio Quatro) von 1827 geben einen Einblick in das Apotheken- und Medizinalwesen der Zeit.

In seinem Roman „Effie Briest“ setzt er dem Apothekerberuf ein Denkmal in der Person des Apothekers Dr. Alonzo Gieshübler. Er ist Inhaber der Mohrenapotheke in Kessin und fortan Effies ergebener Freund.

»Ich steh‘ und falle mit Gieshübler. Es klingt etwas komisch, aber er ist wirklich der einzige, mit dem sich ein Wort reden lässt, der einzige richtige Mensch hier.« (9/78)


 


Verein zur Förderung des Brandenburgischen Apothekenmuseums in Cottbus e.V.

 

Spendenaktion 2019 für den Erhalt des Brandenburgischen Apothekenmuseums in Cottbus

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege!

Im Fontanejahr 2019 beging das Brandenburgische Apothekenmuseum am 15.06.2019 sein 30-jähriges Bestehen. Am 01.06.1989 wurde es in der 1568 privilegierten Löwen-Apotheke Cottbus eröffnet.
2019 ist die neue Sonderausstellung „Der Apotheker im Wandel der Zeit – zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane“ wieder mal eine Reise nach Cottbus wert. Aber auch die 11 Ausstellungsräume und der schöne Innenhof mit Kräutergarten und historischem Brunnen sind immer wieder sehenswert.
Im Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane gibt es den entscheidenden Ausspruch: […] und Briest sagte ruhig: ›Ach, Luise, laß … das ist ein zu weites Feld.‹.

Das Brandenburgische Apothekenmuseum mit all seinen Highlights zu betreiben, ist ein sehr weites Feld.
Um auch seine Zukunft zu sichern, bitten wir Sie herzlich, unser Haus auch in diesem Jahr mit einer Spende zu unterstützen. Sonst ist der weitere Fortbestand dieses pharmaziegeschichtlichen Kleinods ernsthaft gefährdet. Mit einer Spende von 250 EUR wäre der Erhalt unseres Apothekenmuseums wieder für ein Jahr gesichert, vorausgesetzt: alle Apotheken des Landes Brandenburg beteiligen sich vollständig an dieser Aktion (erfahrungsgemäß ist dies leider nicht der Fall)!
Ihre Spende überweisen Sie bitte unter Angabe Ihres Namens auf das Konto der Sparkasse Spree-Neiße IBAN: DE41 1805 0000 3000 0187 00 BIC: WELADED1CBN. Sie erhalten dann umgehend Ihre Spenden­quittung.
Unsere Spender werden jährlich auf unserer Homepage namentlich veröffentlicht. Falls Sie das nicht wünschen, können Sie dem widersprechen.

Der Vorstand des Fördervereins des Apothekenmuseums in Cottbus gibt auch für das Jahr 2020 wieder drei Formate des Apothekenkalenders heraus. Viele Kollegen unterstützen das Brandenburgische Apothekenmuseum mit dem Kauf dieses Kalenders. Bei dieser Gelegenheit bedanken wir uns sehr für Ihre Unterstützung der Kalenderaktion 2019. Ohne diese Kalenderherausgabe wären wir nicht in der Lage, unsere finanziellen Verpflichtungen trotz Spenden und Museumseinnahmen zu erfüllen.
Für Ihre Förderung unseres Museums sind wir Ihnen sehr dankbar. Bitte besuchen Sie uns mit Ihren Mitarbeitern auch weiterhin und entdecken Sie Altbekanntes und Neues wie unsere nächste Sonderausstellung. Auch eine Mitgliedschaft im Förderverein des Museums trägt zu dessen Erhalt bei. Für Anfragen stehen Ihnen die Mitarbeiter immer dienstags bis freitags unter der Tel. Nr.: 0355 23997 zur Verfügung.


Mit kollegialen Grüßen!

 

                        Karen Pank                                                                                     Jens Dobbert                                       
Vorsitzende des Fördervereins                                                      Präsident der Landesapothekerkammer

Cottbus, im September 2019